Festhalten

Mein gelegentlicher Arbeitsweg ist eine im Prinzip gerade Strecke von etwa 1,2 Kilometern Länge: Wörther Straße, Kreuzung Prenzlauer Allee, Marienburger Straße, Kreuzung Winsstraße, weiter Marienburger, Kreuzung Greifswalder Straße, dann Hufelandstraße bis zur Bötzowstraße. In einem euphemistischen Seitenflügel (sprich Hinterhof) verbringe ich ab und zu ein paar Tage auf meiner Kopenhagener Insel, magisch verbunden mit meinem Arbeitsplatz in der Ferne.

Im Gegensatz zur Arbeit scheint der Weg dorthin immer gleichermaßen monoton, obwohl alles hübsch bunt und im Sommer auch schön grün ist. Die Leute, denen man begegnet, wirken in der Mehrheit genervt und verschlossen und ziehen verzerrten Angesichts an einem vorüber. Hier muss das Leben aber besonders schwer sein, denke ich mir. Es begegnen mir drei Typen: die Einzelgänger wie ich, entweder rücksichtslos auf dem Fahrrad daherpreschend oder starren Gangs, dabei manchmal hungrig an einer Zigarette ziehend; das Elternteil, meist weiblich, mit einem Kind stressend oder gleich mehreren — solche benötigen immer viel Platz, sei es mit oder ohne Rad oder Wagen. Den dritten Typ gibt es hier leider selten: Ganz normale ältere Menschen mit ihren ganz uncoolen Gebrechen.

Der er lukket for kommentarer.

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